Frohe Ostern euch allen!

Was ein ungewöhnliches Osterfest. Und doch ein sehr, sehr schönes. Natürlich ist es sehr schade, dass wir unsere Eltern nicht treffen konnten und geliebte Traditionen, wie beispielsweise die Osternacht in der Kirche, wegfallen mussten, aber so ein Ostern ganz für uns ist auch sehr schön.

Wir hatten uns dieses Jahr für den Ostersonntag einfach einen ganz gemütlichen Tag geplant. Ein ausgedehntes Frühstück, bzw. eher einen Brunch mit Ostergebäck und vielen anderen Leckereien. Darunter natürlich auch ganz klassisch gefärbte Eier, sehr zur Freude des Möhrchens. Es ist mir ein absolutes Rätsel, woher diese Faszination für Eier kommt, aber das Möhrchen liebt sie. Am liebsten die hartgekochten, allerdings ohne Eigelb. (Das dürfen die Eltern essen). Auf die Frage, was er frühstücken möchte, heißt es „Eia Eia“ und am Tisch hält ihn kaum etwas ruhig auf seinem Stuhl, bis er nicht ein Ei in der Hand hat und anfangen kann, es zu pellen. Das klappt übrigens schon erstaunlich gut, auch wenn er es natürlich noch nicht komplett alleine kann. Auch finden die bunten Ostereier, die in der ganzen Nachbarschaft in den Gärten hängen, auf jedem Spaziergang wieder erneut großen Anklang bei ihm. (Die Tatsache, dass man die nicht einfach „pflücken“ und essen kann, ist allerdings eher weniger beliebt.) Man könnte also sagen, Ostern ist DAS Fest für das Möhrchen. Zumindest kulinarisch.

Nach dem Frühstück gab es die ersten Geschenke zum Auspacken. (Die Großeltern haben es sich natürlich nicht nehmen lassen, das Möhrchen zu beschenken und tolle Pakete mit Osterüberraschungen geschickt). Besonderes Highlight: Ein Buch über Musikinstrumente. Es hat Tasten, die das jeweilige Instrument erklingen lassen und schlussendlich alle zusammen eine recht eingängige Melodie spielen. Die Trommel ist besonders beliebt, dazu werden dann alle Anwesenden zum Headbangen und mittanzen aufgefordert. Eventuell habe ich heute Nacht von dieser Melodie geträumt. Ich befürchte, das Buch wird jetzt zum Soundtrack unseres Alltags. Jippie. (Zur Verteidigung meiner Eltern an dieser Stelle: Ich war es, die dieses Buch empfohlen hat, weil ich des Möhrchens Begeisterung für Musik toll finde und mir sicher war, dass es ihm einen riesen Spaß bringen wird. An unsere Nerven habe ich dabei natürlich nicht gedacht).

Dann gab es noch ein neues Wimmelbuch und einen Kuschelhasen zu bestaunen. Der Hase durfte dann auch gleich mitspielen, als das Möhrchen unser Ostergeschenk ausprobiert hat. Es gab eine Box mit Duplosteinen (Werbung, weil Nennung oder so ähnlich.)

Volle Konzentration beim Bauen.

Diese Box hatten wir auserkoren, vom Osterhasen versteckt zu werden. Allerdings war der Rindenmulch im Garten noch weitaus interessanter als das große Geschenk, das 20cm davon entfernt lag. Ausgepackt kam es dann aber doch sehr gut an und es wird seitdem fleißig gebaut und abgerissen. (Die große Ostereiersucherei wird es dann im nächsten Jahr das erste Mal geben, dafür ist das Möhrchen aktuell einfach noch zu klein).

Nachmittags haben wir einen kleinen Osterspaziergang gemacht. Leider scheint es jetzt dazu zu gehören, dass das Möhrchen, das gerade gerne auch mal ein paar Schritte schneller läuft und die ersten Versuche unternimmt, zu rennen und zu hopsen, wohl regelmäßig ein bisschen zu viel Schwung hat und auf die Knie plumpst. An sich kein Drama, hat aber, dank der Temperaturen und der damit verbundenen kurzen Hosen, aufgeschürfte Knie zur Folge, deren Versorgung sich als großes, großes Drama entpuppt. Dem Kind die Wunde zu reinigen, geschweige denn zu versuchen ein Pflaster aufzukleben, ist hier eine Aufgabe, die beide Eltern, mehrere Plüschtiere, ein Smartphone und sehr viel Zeit und Fingerspitzengefühl erfordert. (Darüber, wie man das Pflaster wieder abbekommt, sprechen wir besser gar nicht erst). Die Tatsache, dass er sich dann gestern beim Osterspaziergang wieder eines der von vorgestern eh schon lädierten Knie aufgeschlagen hat, war also eher suboptimal. Ich weiß, aufgeschürfte Knie gehören nun mal dazu. Aber ich bin dennoch geneigt, dem Kind Knieschoner zu verpassen, um zumindest schon angeschlagene Knie zu schützen, damit eine Schramme wenigstens verheilen kann, bevor direkt die nächste drauf kommt. (Nennt mich Glucke, aber ich wäre wirklich froh, wenn wir uns dieses Drama beim Verarzten nicht jeden Tag, sondern vielleicht nur einmal die Woche antun müssten.)

Um die großen Krokodilstränen schnell in Vergessenheit geraten zu lassen, gab es dann Pfannkuchen zum Abendessen. Das hilft doch immer!

Und damit sind wir an dem Punkt des Tage angekommen, der wohl mein persönliches Ostergeschenk darstellt: (Hier bitte einen eindrucksvollen Trommelwirbel denken) Das Möhrchen hat sich über die letzten Nächte einfach von sich aus abgestillt! Nach allen Sorgen, Gedanken und nervenaufreibenden Versuchen, das Abstillen in die Wege zu leiten, hat sich das Thema plötzlich dann von ganz alleine und super entspannt erledigt. Ich kann es noch nicht so recht glauben, dass wir wirklich am Ende der Stillzeit angekommen sind. Immerhin habe ich schon vor einem Jahr angefangen, darüber nachzudenken, abzustillen und es dann aus diversen Gründen immer wieder verworfen (meist, weil das Möhrchen einfach offensichtlich noch nicht soweit war und ich es ihm nicht aufzwingen wollte) und jetzt hat es sich so schön natürlich und aus eigenem Antrieb ergeben, dass ich mich fast ein bisschen ärgere, dass ich mir damit zwischendurch so einen Druck gemacht habe. Und es ist, ehrlich gesagt, ein tolles Gefühl, meinen Körper endlich wieder ganz für mich zu haben. (Ja, ich weiß, eine Stillbeziehung ist etwas ganz besonderes und es ist ein wundervolles Geschenk, wenn das Stillen so gut und lange funktioniert und dafür bin ich auch unendlich dankbar,  aber zum Ende hin war es für mich einfach nur noch anstrengend und hat mir einiges an Nerven abverlangt.) Die Quarantäne macht mir jetzt natürlich ein bisschen einen Strich durch die Rechnung, da ich mit einer Freundin geplant hatte, sobald ich abgestillt habe, das erste Mal seit der Schwangerschaft wieder abends gemütlich einen Cocktail trinken zu gehen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und sobald die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben sind, wird das definitiv nachgeholt.

Den Ostermontag heute gehen wir auch ganz gemütlich an, das Wetter ist leider nicht ganz so toll und daher werden wir den Tag wohl drinnen verbringen, aber dann wird eben headbangend zu Trommel-Sounds aus einem Kinderbuch mit Duplo gespielt, bis es Zeit fürs Essen ist.

Frohe Ostern ihr Lieben und bis nächste Woche!

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