Kindheitserinnerungen

Meine Eltern haben ein Ferienhaus im Bayerischen Wald. (Gilt das eigentlich schon als Werbung? Na gut, machen wir es einfach mal zur Sicherheit offiziell: Achtung! Dieser Text enthält Werbung. Wenn ihr das Ferienhaus gerne mal sehen wollt, einfach hier klicken. Und ja, das auf der Startseite sind der Mann und ich… vor einer gefühlten Ewigkeit von locker 6 Jahren.)

Als ich klein war, haben wir dort fast jedes Wochenende verbracht, außerdem Ostern und oft auch Weihnachten dort gefeiert. Einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen sind mit diesem Haus und der Gegend dort verknüpft. Ostereiersuche im Schnee. (Fand ich super praktisch, auf weißem Schnee waren die bunten Eier viel besser zu sehen.) Die ewige Suche nach den Luchsen im Freigehege [War die auch an Ostern?]. Der Versuch, ein Iglu im Garten zu bauen. Abenteuerliche Schlittenfahrten, der Abenteuerspielplatz mitten im Wald, ausgiebige Spielenachmittage auf dem Dachboden. Und so, so vieles mehr [Das offenbar alles mit Schnee zu tun hat]. Viele meiner Lieblingsgeschichten und –anekdoten, die meine Mama so gerne erzählt, spielen sich im und ums Ferienhaus ab. (Bspw. bin ich als kleines Mädchen, das gerade erst sprechen gelernt hatte, wohl beim Spazierengehen im Winter, immer auf alle Leute zugegangen und habe gefragt: „Machen Sie auch einen Nee-Ziergang?“. Sch-Laute sind aber auch wirklich schwierig.) [Ernsthaft jetzt, war da auch mal Sommer?!]

Irgendwann fing es an, ich kann mich gar nicht mehr richtig an das Wann und Wie erinnern, dass das Haus an Freunde und Verwandte für Urlaube vermietet und schließlich als Ferienhaus im Internet inseriert wurde. Es ist ein wunderschönes Haus, das meine Eltern über die letzten Jahre auch mit sehr viel Liebe und Energie renoviert haben, und es findet großen Anklang. Ich freue mich riesig, dass es gut läuft und das Haus ein beliebtes Urlaubsziel für viele Menschen, vor allem auch Familien mit Kindern, ist. Es ist schön zu wissen, dass das Haus immer wieder der Ort schöner Kindheitserinnerungen ist. Der Haken an der Sache ist natürlich, dass wir dadurch immer weniger Zeit selbst dort verbringen konnten. Das letzte Mal war ich mit dem Mann kurz vor des Möhrchens Geburt dort. Nochmal eine kurze Auszeit zu zweit, bevor sich unser Leben so wundervoll auf den Kopf stellt. (Neudeutsch: Babymoon). [Das war über meinen Geburtstag, also im Juni. Ich überlege gerade, ob ich Schnee geschippt habe oder nicht…]

Und jetzt? Jetzt bin ich wieder hier. An dem Ort, der immer meine Wohlfühl-Oase als Kind war, an dem wir richtig Familie sein konnten, weil Mama und Papa nicht arbeiten mussten und sich alles immer so viel entspannter angefühlt hat. Nur diesmal bin ich die Mama und verbringe die entspanntesten Stunden seit gefühlten Ewigkeiten mit meinen zwei Lieblingsmenschen hier. Schon auf der Fahrt gestern hat sich ganz plötzlich so ein Gefühl von nach Hause kommen bei mir eingestellt, als wir die Straßen entlang fuhren. Durch die [verschneiten] Wälder, die ich als Kind vom Rücksitz aus so angestrengt beobachtet habe, in der Hoffnung, ein Reh oder einen Hasen zu entdecken. Ich hätte fast ein paar Tränen verdrücken können, als wir ins Haus kamen und das Möhrchen mit so einer Begeisterung sofort alles erkundet und sich wie selbstverständlich auf den großen Sessel im Wohnzimmer gekuschelt hat. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass er sich hier wohlfühlt, dass das Haus für ihn vielleicht später eine ähnliche Bedeutung haben kann wie für mich. (Auch wenn wir natürlich nicht jedes Wochenende hier verbringen können werden, aber vielleicht schaffen wir es ja zumindest einmal im Jahr für ein paar Tage.)[Vielleicht sogar mal welche, an denen kein Schnee liegt] Aber, dass er sich so völlig ohne jegliche Berührungsängste oder kurze Eingewöhnungsphase direkt fühlt wie zuhause, hätte ich nicht zu träumen gewagt. Selbst der Mann, der, wie ihr vielleicht noch aus den letzten Texten zum Thema Urlaub wisst, nun wirklich kein Fan vom Verreisen ist (und den ich im Vorfeld fast vom Urlaub „ausgeladen“ hätte… ihr kennt das ja mit dem Urlaubs-Vorbereitungs-Stress, oder? Bitte, sagt mir, dass das normal ist.), hat gestern Abend gegesagt: „Es ist sehr schön, hier zu sein.“ [Im Schnee. Darf ich an dieser Stelle kurz erwähnen, dass einige meiner schlimmsten Kindheitserinnerungen mit Schnee zu tun haben und ich das weiße Zeug nicht leiden kann? Ich bin sehr froh, dass das Haus an sich schön groß ist und viele gemütliche Lesesessel bietet, damit ich nicht raus muss.]

Gerade ist das Möhrchen vom Mittagsschlaf erwacht und spielt jetzt mit dem Mann in der Spielküche, während ich noch die letzten Zeilen hier schreibe. Damit entlasse ich euch jetzt aber auch schon wieder in die Woche. Ich gehe mal die imaginäre Suppe probieren. Heute Abend kommen dann unsere Freunde an und der Mehr-Familienurlaub kann so richtig losgehen. (Falls ihr euch über die zeitlichen Abläufe wundert: Der Text entstand am Sonntagmittag.)

Habt eine schöne Woche, bis nächsten Montag!

Möhrchen-Suppe 🙂

(Auf Instagram nehme ich euch in der Story über die Woche immer mal wieder ein Stück mit, verpasst also nicht, mir da auch zu folgen.) [In den Schnee.]

[Schnee. Winter. Schnee. Sommer. Schnee. Herbst. Schnee. Frühling. Schnee. Schnee. Schnee.]

Ein Gedanke zu „Kindheitserinnerungen“

  1. Wo sind die Jahre eigentlich geblieben. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen als wir mit dir und deinem kleinen Freund Matthew und seinen Eltern ebenfalls Urlaub in neuschönau gemacht haben und ihr wart damals fast im gleichen Alter wie euer Möhrchen. Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche. Hdgdl Mama 😍

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