Möhrchen-Update

15 ½ Monate. 62 ½ Wochen. 438 Tage. So alt ist das Möhrchen inzwischen. (Und ja, selbst für die Monate musste ich gerade erstmal nachrechnen. Die Zeiten, in denen ich genau wusste, wie viele Wochen das Kind alt ist, sind schon eine Weile vorbei. Ich schätze, so ca. 52 ½ Wochen)

Über die letzte Woche habe ich mir Gedanken gemacht, was ich denn als nächstes für euch schreiben möchte. (Ja, kaum zu glauben, aber ich mache mir tatsächlich eine ganze Weile Gedanken über ein mögliches Thema. Dass ich es dann erst am Sonntagabend in einer Nacht- und Nebelaktion runterschreibe und dem Mann somit gerade mal ein Zeitfenster von ein paar Stunden lasse, um das ganze Korrektur zu lesen, ist dann wieder eine andere Geschichte.) Und dabei kam mir (neben einigen anderen Themen, die ich aber noch eine Weile im Kopf jonglieren und teilweise noch durch ein bisschen Recherche ausbauen will) eben in den Sinn, dass es vielleicht ganz spannend wäre, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mal einen kurzen Einblick in des Möhrchens Entwicklung zu geben. Ich erwähne ja immer wieder mal am Rand, dass ich aus dem Bauklötze staunen bzgl. der Geschwindigkeit, in der das Möhrchen neue Fähigkeiten entwickelt, kaum heraus komme, aber heute möchte ich mal einfach kurz unseren Status quo zusammenfassen. (Vielleicht staunt ihr ja dann mit… Oder seht es ohne meine rosa-rote Mama-Brille realistischer, nämlich als völlig normale kindliche Entwicklung, die es wohl nun mal ist.)

Als erstes vielleicht kurz ein Blick auf die motorischen Errungenschaften der letzten Wochen. Allen voran das Laufen. Draußen ist das Möhrchen immer noch die meiste Zeit im Kinderwagen oder auf unserem Arm unterwegs (was auch zum großen Teil daran liegt, dass wir noch nicht das passende Schuhwerk gefunden haben; an der Hand würde er kürzere Wege draußen auch schon sicher laufen können), aber drinnen wird hier schon fleißig auf zwei Beinen durchs Leben gewatschelt. Super stolz, mit beiden Händen nach oben gestreckt, wackelt er auch längere Strecken jetzt ganz alleine (also von der Küche ins Wohnzimmer und wieder zurück). Außerdem hat er inzwischen das Aufs-Sofa-Klettern und auch (worüber ich so! glücklich bin) das Rückwärts-sicher-wieder-Runtersteigen gemeistert. Seit dem ist nichts mehr vor ihm sicher und es wird überall versucht hochzuklettern. (Ja, es ist so anstrengend, wie es sich anhört.) Und noch eine motorische Neuheit im Rübenfeld: Wir essen jetzt mit der Gabel! Also, die Eltern müssen noch beim „aufgabeln“ helfen, aber dann wird mit sehr stolzem Gesicht von der Gabel gegessen. (Wenn es nach dem Möhrchen ginge, würde er wirklich alles mit der Gabel essen, selbst Suppe.)

Was ich aber im Moment noch viel erwähnenswerter finde, als die motorischen Fortschritte, ist die mentale Entwicklung. Gefühlt lernt er jeden Tag etwas Neues und man kann zur Zeit so gut miterleben, wie Kinder durch nachahmen lernen. Angefangen dabei, dass er sich bei uns abgeschaut hat, wie man sich aufs Sofa fläzt (sind wir nicht großartige Vorbilder?). Darüber, dass er jetzt von sich aus mit uns Kuck-Kuck spielt, sei es indem er sich hinter etwas versteckt und dann an der Seite vorguckt oder indem er sich die Hände vor die Augen hält und dann mit einer großen Tada-Geste wieder „auftaucht“. Bis hin zu einem genüsslichen „Ah!“ nachdem er einen Schluck getrunken hat. (Wo er das wohl nur her hat, Schatz?) [Das mit dem „Ah!“ ist unser kleines Ritual. Grummel. – Der Mann, bringt nur tolle Sachen bei.] Das Möhrchen beobachtet uns zur Zeit auf jeden Fall ganz genau und versucht immer wieder, es uns gleich zu tun. Beim Kuchenbacken hat er mir zugesehen, wie ich Eier aufgeschlagen habe. Einen Moment später (seit wann ist das Kind eigentlich so verflixt schnell?) hat er sich den Eierkarton geangelt, ein Ei herausgenommen und es auf die Arbeitsfläche geditscht (zum Glück wirklich, wirklich sanft. Es ist tatsächlich heil geblieben!) und hat dann versucht, es auseinanderzuziehen. In solchen Momenten bin ich immer wieder baff, wie schnell Kinder in dem Alter lernen.

Und zu guter Letzt… bekommen wir gerade wohl einen kleinen Vorgeschmack auf die Trotzphase. (Oder kann das jetzt schon die richtige Trotzphase sein? Bitte nicht, ich bin noch nicht dafür gerüstet!) Wie auch immer man es jetzt nennen will, es werden jedenfalls ordentlich Grenzen ausgetestet und immer wieder versucht, den eigenen Kopf durchzusetzen. Sei es das konsequente Ignorieren von Mamas „Nein“, wenn man den Telefonstecker aus der Dose ziehen will, mit anschließendem filmreifen Wutausbruch, mit Tränen und lautstarkem Protest, oder diese wunderschöne Szene im Baumarkt letzte Tage:

Ich war mit dem Möhrchen im Baumarkt, um ein paar Materialien für des Möhrchens neuen Lernturm (dazu später mehr) zu besorgen. Das Möhrchen sitzt im Einkaufswagen, vorerst noch ganz entspannt, während ich in der Holzabteilung ein Brett zurechtsägen lasse. Auf dem Weg zu den Schrauben wurde die Stimmung dann stetig schlechter, Mamas Handtasche kein ausreichendes Spielzeug mehr, der Autoschlüssel wurde schließlich auch verschmäht. Bei den Farben angekommen, hat das Möhrchen dann endgültig keine Lust mehr und weint, bis ich ihn auf den Arm nehme. Eine kleine Farbrolle, die ich in den Einkaufswagen lege, wird zum neuen Objekt der Begierde. Ich denke: Jackpot! Kind mit der Farbrolle in der Hand wieder in den Einkaufswagen gesetzt. Möhrchen happy, ich kann in Ruhe nach dem richtigen Holzlack und einer hübschen Klebefolie suchen. Läuft doch. Dann sind wir endlich an der Kasse angekommen. Ich lege alle Einkäufe aufs Band. Und da passiert es: Ich wage es, dem Möhrchen die Farbrolle abzunehmen, damit die (wirklich super nette!) Kassiererin selbige kurz einscannen kann. Absolute Eskalation. Das Möhrchen brüllt in voller Lautstärke, riesige Krokodilstränen fließen, kein gutes Zureden der Welt hilft das Kind zu beruhigen. Die Farbrolle ist in Lichtgeschwindigkeit über die Kasse gezogen und wieder in den Händen des Möhrchens. Leider alles zu spät. Zwar reduziert es zumindest die Lautstärke, aber die Dämme sind und bleiben gebrochen und vom Zahlen bis raus auf den Parkplatz kullern weiter die Tränen. Wie kann ich es auch wagen, für die Farbrolle zahlen zu wollen? Was ein spaßiger Einkauf. (Ich freu mich ja so auf die richtige Trotzphase… so sehr… riesig…)

Und weil ich es eben erwähnt habe, noch ein kurzes Update meinerseits: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Ikea-Hack umgesetzt. Und ich bin ja so happy damit! Das Möhrchen hat jetzt einen Lernturm, damit er in der Küche mittendrin statt nur dabei sein kann. Kochen ist damit tatsächlich deutlich entspannter. Ich erspare euch hier eine Anleitung dazu, es gibt mehr als genug davon auf diversen Blogs und ich plane nicht, in nächster Zeit eine DIY-Ecke auf dem Blog einzurichten Dazu bin ich auch einfach nicht talentiert genug. (Wir sind zwar super happy mit dem Turm, aber er ist alles andere als handwerklich perfekt geworden.)

Chefkoch Möhrchen!

Trotzdem: Große Empfehlung! Natürlich kann man das Kind darin in keinem Fall unbeaufsichtigt lassen (ist nicht ganz kipp-sicher), aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Er erleichtert uns aktuell aber den Alltag sehr. Bisher habe ich einhändig gekocht, weil ich das Möhrchen auf dem Arm hatte, oder der Mann musste den Kleinen nebenher ablenken und davon abhalten dauernd an den Ofen zu gehen. Jetzt steht er neben mir in seinem Turm, hat ein paar Küchenutensilien (mit denen er sich möglichst nicht umbringen kann) zum Spielen und kann mir zugucken und „helfen“. Gestern hat er beispielsweise Käse in die Gemüselasagne gestreut. (Ich hatte ihm welchen zum Naschen in ein Schälchen gepackt und als er gesehen hat, dass ich den Käse in die Auflaufform tue, hat er welchen aus seinem Schälchen genommen und auch in die Form geworfen. Das ist so abgefahren, wie schnell Kinder sowas begreifen.) [Ich stelle den Kleinen immer rein, wenn ich die Küche aufräume, und wir hören zusammen Musik. Also, meine Musik. Der Kleine mag sie. Vielleicht schreibt die Frau ja mal was dazu.] (Das Möhrchen headbangt übrigens. Wenn ich so darüber nachdenke, schaut er sich irgendwie viel vom Mann ab.)

Ihr seht schon, uns wird aktuell sicher nicht langweilig. (Mal ganz davon abgesehen, dass wir jetzt auch die erste Runde auf der diesjährigen Erkältungswelle mitgefahren sind und das Möhrchen die Woche mit Pseudo-Krupp gekämpft und direkt mal beide Elternteile mehr oder weniger stark angesteckt hat.) Wir haben mit unserem kleinen, neugierigen Wirbelwind alle Hände voll zu tun, aber es ist einfach so schön zu sehen, wie er die Welt erkundet und immer mehr Dinge für sich entdeckt. Wir würden es nicht anders haben wollen. Und damit entlasse ich euch jetzt in die neue Woche. Ich wünsche euch möglichst entspannte Herbsttage und wir lesen uns dann hoffentlich Montag wieder!

Ein Gedanke zu „Möhrchen-Update“

  1. Da freue ich mich aber, dass unser kleiner Spatz jetzt schon mit Gabel isst. Dein Eintrag ist wieder sehr gut, man kann isch das alles so richtig gut bildlich vorstellen. Und was die Zeit angeht, nun an unseren Kindern sehen wir nun mal wie wir älter werden 😉
    Und jede Mutter ist stolz auf die Entwicklung ihres Kindes, das ist ganz normal und legitim. Es wäre traurig, wenn du es nicht wärst.
    HDGDL Mama

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