Bye, bye Elternzeit …

… und Hallöchen Schreibtisch. Ich bin zurück im Berufsleben. Noch kommt mir das alles sehr komisch vor und ich werde bestimmt noch eine Weile brauchen, um mich daran zu gewöhnen, aber ich arbeite seit knapp zwei Wochen wieder. (In Teilzeit, wir wollen ja nichts überstürzen.) Das Möhrchen genießt, während ich im Büro sitze, exklusive Papa-Zeit, da der Mann jetzt hier zuhause erstmal das Ruder übernimmt und mir so die Möglichkeit gibt, mich wieder in den Büroalltag einzufinden. Also heißt es für ihn jetzt Spieletreffs und Krabbelgruppen, während ich verzweifelt versuche, mich an die diversen Excel-Formeln zu erinnern, die ich vor der Elternzeit alle mit Sicherheit mal kannte. (Google sei Dank, es gibt Anleitungen online!)

Es funktioniert erstaunlich gut soweit. (Jetzt habe ich es verschrien…Ja, Schatz, wenn der morgige Tag die Hölle wird, bin ich schuld.) Das Möhrchen hält den Papa zwar gut auf Trab und lässt durchaus am Nachmittag und Abend ein wenig Mama-Entzug durchblicken, aber alles in allem macht er das super mit und macht uns die Umstellung recht leicht. Ich bin überaus dankbar, dass wir den Luxus haben, dass der Mann die Kinderbetreuung erstmal übernehmen kann und wir mit einer potentiellen Kita-Eingewöhnung noch ein bisschen Zeit haben. Der Mann schlägt sich übrigens super in seiner Rolle als Vollzeit-Papa und wuppt auch die zugegebenermaßen doch sehr Mütter-dominierten Spieletreffs mit links. (Ich habe meine Insider, die mir berichtet haben, dass er das ganz wunderbar macht.) [So schön es ist, Komplimente zu kriegen, muss ich der Fairness halber erwähnen, dass ich zum Zeitpunkt des Verfassens erst bei einem Spieletreff war. Aber der lief erstaunlich gut. – Der Haus-Mann] Es ist wirklich schön zu sehen, wie eng die Bindung zwischen dem Möhrchen und dem Mann ist und wie sehr der Kleine seinen Papa liebt. Das fängt schon morgens beim Aufstehen an: Das Möhrchen wird neben mir wach, schaut sich um und fragt „baba?“ mit einem Blick zur Tür, durch die der Papa gleich kommen muss, um ihn aus dem Bett zu holen und für den Tag fertig zu machen. (Auch, wenn es als Mama schon ein bisschen sticht, die Poleposition mit jemandem teilen zu müssen. Selbst, wenn es der Papa ist.)

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich mich mit der Umstellung tatsächlich ein bisschen schwerer tue als das Möhrchen. Auf der einen Seite finde ich es eigentlich ganz schön, für ein paar Stunden am Tag „rauszukommen“ und meinen Kopf einfach mal mit etwas völlig anderem zu beschäftigen als die „typischen“ Mama-Themen. Auf der anderen Seite habe ich doch sehr damit zu kämpfen mein Baby (ja, ich weiß, Kleinkind) nicht mehr rund um die Uhr bei mir zu haben. Ich denke, es wird einfach noch eine ganze Weile dauern, bis ich damit zurechtkomme, dass ich etwas Entscheidendes verpassen könnte. Er entwickelt sich eben gerade jetzt auch noch so schnell und dieser Gedanke, dass ich aus dem Büro komme und der Mann mir stolz berichtet, dass das Möhrchen jetzt sicher läuft oder ein neues Wort gelernt hat und ich nicht dabei gewesen bin, lässt mich im Moment einfach noch nicht los und treibt mich dezent in den Wahnsinn. (Ich bin kurz davor hier eine Webcam zu installieren, um ja nichts zu verpassen.) [Andererseits waren Frau und Möhrchen heute nachmittag Freunde besuchen, und das Möhrchen stand dabei offenbar eine fast schon obszön lange Zeit frei und machte dann ein paar kleine Schritte. Er hebt sich das also offenbar alles für Mama auf. – Der Mann, fast gar nicht beleidigt] Ich schiebe das jetzt einfach mal auf die noch verbleibenden Still-Hormone und behaupte: Das ist in so einer Phase völlig normal. Außerdem ist es ja auch noch alles sehr frisch. Wenn sich das mal ein paar Wochen eingespielt hat, bin ich da bestimmt auch schon viel entspannter. (Aber ich will trotzdem gerne dabei sein, wenn er die erste längere Strecke alleine läuft!)

Und weil ich jetzt wieder arbeite und ich mir deswegen wieder frühere Schlafenszeiten auferlegt habe, höre ich auf den Rat einer sehr guten Freundin (Danke nochmal!) und werde hier auf dem Blog eine kleine Änderung einführen. Ihr müsst euch das aktuell so vorstellen: Ich bin der Typ Mensch „ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.“ War ich schon immer und das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. (Gewohnheitstier und so.) Also sitze ich Mittwochabend da und schreibe drauf los, was das Zeug hält, um Donnerstagvormittag einen Blogbeitrag online stellen zu können. (Und der Mann, die arme Socke, muss den dann auch immer noch Mittwochabend Korrektur lesen.) [Da fällt mir ein, ich muss noch die Socken aus dem Trockner nehmen. – Der Mann, hat den Haushalt im Griff]  Heute habe ich bestimmt eine Stunde lang immer wieder angesetzt und doch alles gelöscht, um dann exakt das gleiche wieder zu tippen. Ein eindeutiges Zeichen von Müdigkeit bei mir. Also berichte ich besagter Freundin von meiner Schreibblockade und dass ich nichts auf die Reihe bekomme gerade, da schlägt die doch einfach vor:  Ändere doch den Veröffentlichungstag auf dem Blog. So einfach und doch so genial! (Der Mann behauptet übrigens, das schon im Urlaub vorgeschlagen zu haben. Also entweder höre ich ihm so schlecht zu oder er träumt sehr lebhaft. Wir werden es wohl nie erfahren.) Und deswegen heißt es hier und jetzt: Achtung, Achtung: Ab kommender Woche werden nicht mehr Donnerstag, sondern schon Montag neue Blogbeiträge veröffentlicht! So habe ich den Zeitdruck nämlich dann am Wochenende, wo ich nicht arbeiten muss und damit hoffentlich mehr kreative Energie für neue Texte zur Verfügung habe.

Und damit verabschiede ich mich jetzt auch für heute. Ich wünsche euch eine tolle Restwoche und wir lesen uns dann am Montag.

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