Juhu! Es geht bald in den Urlaub! (Jippie, ich freu mich so, so, so doll!)
Oh nein! Es geht bald in den Urlaub! (Hilfe! Was habe ich mir denn bitte dabei gedacht, mit einem Einjährigen und einem Urlaubsmuffel verreisen zu wollen!)
Das sind die beiden Stimmungen, zwischen denen ich in den letzten Tagen emotional ChaChaCha tanze.
Der Mann und ich haben wirklich nicht viele Streitthemen. Aber das Thema, bei dem es (auch schon vor dem Möhrchen) regelmäßig zu Unstimmigkeiten kommt, ist das Thema Urlaub. Kaum zu glauben, oder? Ausgerechnet die Sache, die normalerweise Entspannung verspricht, sorgt bei uns für dicke Luft und Schmollmünder. (Okay, letzteres hauptsächlich auf meiner Seite. Ich gebe zu, ich greife manchmal zu unlauteren Mitteln, will heißen: Schmollmund und Dackelblick. – Sorry, Schatz!) Jedenfalls haben der Mann und ich ziemlich unterschiedliche Ansichten, wenn es darum geht, was einen Urlaub entspannend macht.
Der Mann: Urlaub ist, wenn ich daheim auf dem Sofa entspannen kann, ohne, dass mich jemand nervt. Alles andere ist eine Reise und reisen bedeutet erstmal Anstrengung und Stress.
Meine Wenigkeit: Urlaub bedeutet mal aus den vier Wänden rauszukommen, andere Länder zu sehen und je nach Lust und Laune entweder faul am Strand/Pool zu liegen oder neue Sachen/Städte/Landschaften zu entdecken.
Man könnte sagen, es gibt also eine minimale Diskrepanz zwischen unserem Verständnis von Urlaub. (Aber wirklich nur minimal.) Dazu kommt noch, dass der Mann kein großer Freund des Besteigens eines Flugzeugs ist. Um uns etwas Stress rauszunehmen aus der ganzen Urlaubsthematik, haben wir also einen Deal geschlossen: Alle zwei Jahre darf ich ihn in ein Flugzeug „zwingen“, um weiter weg zu reisen. Die Jahre dazwischen wird Urlaub in der Heimat gemacht oder, wenn wir uns doch mal auf ein Ziel einigen können, per Zug oder Auto.
Dieses Jahr ist wieder eines von „meinen“ Jahren. (Eigentlich wäre ich schon letztes Jahr dran gewesen, aber so hochschwanger hatte selbst ich eher wenig Ambitionen, mich irgendwo als gestrandeter Wal ans Meer zu legen.) Unser Urlaubsziel wird sein: Mallorca. Ich liebe die Insel, die Flugzeit hält sich in Grenzen und für den ersten Urlaub mit dem Möhrchen wollten wir einen Urlaubsort, an dem wir uns schon auskennen. Außerdem sind wir über unseren Hochzeitstag im Urlaub und haben am gleichen Ort unsere Flitterwochen verbracht. (Ich habe vielleicht einen kleinen Hang zu romantisch bis kitschig aufgeladenen Situationen – aber nur ganz vielleicht.) Die Flüge sind gebucht, wir haben einen Mietwagen reserviert, einen passenden Kindersitz organisiert und die Unterkunft ist auch geklärt. Wir werden in einer Ferienwohnung wohnen, da haben wir alles was wir brauchen, um uns selbst zu versorgen und müssen keine große Rücksicht auf andere Gäste nehmen. Das stelle ich mir für den ersten Urlaub mit Baby (Pardon, Kleinkind natürlich… Schnief.) irgendwie angenehmer vor. So weit so gut.
Jetzt, wo der Urlaub immer näher rückt, steigt die Vorfreude natürlich. (Also, hauptsächlich bei mir.) Ich kann es kaum erwarten, am Strand entlang zu spazieren, durch die Innenstädte der umliegenden Orte zu flanieren, gemütlich auf der Terrasse zu sitzen und dem Möhrchen das Meer und alles zu zeigen.
Aber, um überhaupt soweit zu kommen, muss ja erstmal alles vorbereitet werden. Ich bin seit gefühlt drei Tagen im Kopf am Listen erstellen. (Inzwischen existiert auch eine ganz kurze Packliste in Papierform –gerade mal drei Seiten.) Und dabei immer wieder die essentielle Frage: Brauchen wir das denn wirklich im Urlaub? Theoretisch bekommt man ja auch alles Wichtige, wie Windeln etc., vor Ort. Trotzdem stehen zwei Packungen Windeln auf der Packliste, schließlich hat man ja seine bestimmte Windelmarke, die man nach ewigem Ausprobieren für sich entdeckt hat und da mal zwei Wochen von abzuweichen, weil man die vielleicht im Ausland dann doch nicht bekommt, ist quasi unvorstellbar. Also müssen schon mal zwei Packungen Windeln im Gepäck unterkommen. Neben den – grob geschätzten – 20kg Büchern vom Mann.
Das ist der Nachteil daran, mit einem Literaturwissenschaftler verheiratet zu sein: Er braucht Bücher quasi zum Atmen. (Was ich eigentlich extrem attraktiv an ihm finde – glaub ja nicht, das erlaubt dir noch mehr Bücher mitzuschleppen, mein Lieber! – beim Packen für den Urlaub ist das aber eben ein eher unpraktisches Attribut.) Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich noch gar nicht wirklich planen kann, wie ich das Gepäck auf unsere Koffer verteile, da bis kurz vor Abfahrt im Regelfall noch nicht feststeht, welche Bücher schlussendlich mitkommen sollen. Das einzige, was ich mit Gewissheit sagen kann, ist, dass es definitiv zu viele fürs Handgepäck sein werden. Es muss also Platz im Koffer dafür frei bleiben. (Und nein, ein eBook-Reader ist keine Option. Ich kann ihm noch nicht mal einen Vorwurf daraus machen, ich gehöre selbst zu der Fraktion „ich will ein richtiges Buch in der Hand halten“.)
Also, wir haben zwei Gepäckstücke zu je 23 kg frei. Ein Koffer ist mit Windeln und Büchern dann schon mal voll. Jetzt muss ich nur noch Kleidung für das Möhrchen, den Mann und mich für 14 Tage in einen Koffer bekommen. Plus Spielzeug, Waschzeug, Babyphone und was man sonst noch so im Urlaub mit Kleinkind braucht. (Vielleicht verzichte ich einfach auf meine Klamotten und laufe den ganzen Urlaub im Badeanzug rum). Mal sehen, vielleicht lässt der Mann noch mit sich verhandeln und ich kann neben die Bücher zumindest noch ein Sommerkleid quetschen. (Drückt mir die Daumen.) [„Natürlich kannst du das, wir wickeln die Bücher darin ein, damit ihnen nichts passiert.“ – Der Mann.]

Abgesehen von der Kofferpackerei, die ich noch nie sonderlich erquickend fand und die mit Kind nun mal tendenziell nicht unkomplizierter wird, schleichen sich ab und an mal so klitzekleine Gedanken in meinen Kopf, um meine Vorfreude weiter zu trüben. Was ist, wenn das Möhrchen Probleme hat, sich zu akklimatisieren? Muten wir ihm mit der Reise vielleicht zu viel zu? (Eigentlich ein total bescheuerter Gedanke, nachdem er ja schon für eine Woche mit meinen Eltern und mir in Moskau war und da weder mit dem Flug noch sonst irgendwas Probleme hatte – im Gegenteil, er hatte ganz offensichtlich einen riesen Spaß an dem ganzen Trip). Wird der Mann den Urlaub, trotz vorherigem Stress und Flug, genießen können? Können wir auch mit Kind „im Schlepptau“ einfach mal durchatmen und entspannen? Vielleicht gehört das zum Mama-sein einfach dazu, dass man sich bei vielem mehr Gedanken macht und einen mehr Sorgen beschleichen. Es ist auch nicht so, dass ich mich deswegen weniger auf den Urlaub freue als früher – eher im Gegenteil, ich bin super gespannt auf unseren ersten Familienurlaub und freue mich riesig drauf.
Und damit aus dem Urlaub auch wirklich ein tolles Erlebnis werden kann, muss ich jetzt weiter packen gehen. Wir lesen uns dann nächste Woche wieder!
Achso, eins noch: Auch im Urlaub versorge ich euch natürlich mit Blogeinträgen. Für nächste Woche bereite ich zuhause noch einen Eintrag vor und in der Woche drauf bekommt ihr dann einen kurzen Bericht aus dem Urlaub. (Falls ihr euch dazwischen mal ein Lebenszeichen von mir wünscht, folgt mir gerne auf Instagram. Da wird bestimmt die eine oder andere Story aus dem Urlaub landen.)